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Unterschied zwischen Glück und glücklich sein

Jeder wünscht es sich, doch die Wenigsten behaupten es zu haben: Glück

Mit dem Glücklich sein verhält es sich meist ähnlich. Hat man erst die Emotion des „Glücklichseins“ in einem Moment erreicht, wollen viele von uns mehr davon, weil es sich einfach so wahnsinnig toll anfühlt.

Aus der Perspektive der Spielsucht blicken wir auf das Thema und fragen uns:  Was ist der Unterschied und was uns davon ab, langfristig glücklich zu sein?

Die Bedeutung von Glück

Glück kann man haben, oder es bekommen. Hat man mehrfach hintereinander Glück, so spricht man häufig von einer Glückssträhne. Das ist zumeist jedoch eine Ungenauigkeit unserer Sprache, als auch ein Missverständnis in der Wahrnehmung und Kommunikation. Ein Verständnisproblem der Kommunikation zwischen Sender und Empfänger einer Botschaft.

Im Duden wird Glück als „etwas, was Ergebnis des Zusammentreffens besonders günstiger Umstände ist; besonders günstiger Zufall, günstige Fügung des Schicksals“ definiert. (https://www.duden.de/rechtschreibung/Glueck)

Sichtweise auf Glück haben, oder es bekommen

Redewendungen zeigen uns das, teilweise verschobene, Verständnis der Definition, im Vergleich zum allgemeinen Sprachgebrauch auf. So wird bei einem Goldgräber, der nach monatelanger Suche ein Stück Gold findet, die Aussage „der hat Glück gehabt“ getroffen.

Oder bei einem Fußgänger, der tagträumend über die Straße geht und nicht angefahren wurde, „der hat Glück gehabt“ gesagt. Ähnlich könnte man einem Unternehmer „Glück“ nachsagen, der eine Produktidee oder ein riskantes Vorhaben beginnt und es dann zum geschäftlichen Erfolg führt.

Aus einer anderen Wahrnehmung bzw. einer anderen Perspektive der Situationen sehen und wissen wir, dass der Goldgräber durch seine Entscheidung, an genau dieser Stelle zu graben, und durch seine unermüdliche, monatelange Ausdauer, erst diesen glücklichen Zufall ermöglicht hat.

„Glück gehabt“ kann auch einem Fußgänger nachgesagt werden, der tagträumend und nicht auf den Verkehr oder die Schilder achtend, die Straße überquert. War es Glück, oder Mut, gepaart mit dem Wissen zur Verkehrslage, dass er nicht angefahren wurde?

Auch der Unternehmer hat ggf. in seiner beruflichen Entscheidung „Glück gehabt“. Oder war es doch nur eine gute Planung, die Weitsicht und der Ehrgeiz, gepaart mit Können, die seine unternehmerische Produkt-Idee wahr werden lassen hat?

Glück ist somit eine Kombination aus eigener Sichtweise und Wahrnehmung.

Das Glück, die Kommunikation und die Wahrnehmung

Wie in den Beispielen zuvor dargestellt, ist die Wahrnehmung des Glücks und die Perspektive darauf immer vom Betrachter abhängig. Der Betrachter entscheidet auf Basis seines Informationsstands über das Glück des Anderen. Doch was hat das mit Kommunikation und Vergleich zu tun?

Kommunikation wird seit Menschengedenken betrieben, um sich mitzuteilen, auszutauschen und damit zu informieren. Informieren über Gefahren, Erfahrungen oder einfach nur der sozialen Interaktion wegen. So ist es nicht verwunderlich, dass bei Glück auch eine Kommunikation – eine Mitteilung – des Habenden, als auch des Wahrnehmenden erfolgt.

Derjenige, der das Glück erhalten hat, teilt es mittels Freude, Jubel oder einfach mit einem bestätigenden Lächeln sich und/oder anderen mit. Aus dem Blickwinkel des Betrachters ist das jedoch unverständlich, wenn er nicht die gesamte Information, also wie es dazu kam, im Wissen hat. Somit ist die Kommunikation in Bezug auf das Glück eines der häufig unterschätzten Missverständnisse, wenn die Mitteilung des gesamten Verständnisses nur bruchstückhaft dem Betrachter vorliegt. Dem Betrachter also nur bruchstückhafte Mitteilungen vorliegen.

Die Lücken muss der Betrachter selbst füllen, um sich ein vollständiges Bild machen zu können. Geschieht das auf Basis der eigenen Erfahrungen des Betrachters, so ist aus der Wahrnehmung eine Interpretation geworden. Eine Interpretation zwischen Wahrnehmung und Wissen des Betrachters, möglicherweise fernab der Realität und des Glücks.

Das Glück und der (Fremd-) Vergleich

Seit Menschengedenken ist der Vergleich ein stetiger Begleiter unseres Seins. Wir interpretieren, messen und bewerten was wir sehen, um es einsortieren zu können.

Über Jahrtausende hinweg wurde der stärkste und beste Krieger zum Schutz des Dorfes gewählt. Ebenso wurden der Weise und der Stammesälteste besonders behandelt. Sie alle erhielten eine besondere Rolle im Dorf.

Es haben sich Wettkämpfe zwischen den Dörfern entwickelt, um den stärksten und besten Krieger auszuwählen und ihm so Ruhm und Ehre zu teil kommen zu lassen. Wir finden dieses Prinzip heutzutage in den Olympischen Spielen, den Fußballmeisterschaften oder anderen Turnieren wieder. Der Mensch ist auf einen Vergleich konditioniert, um andern zu gefallen, sich selbst zu beweisen und eine positive Fürsprache zu erhalten.

Diese Konditionierung erhalten wir bereits in unserer Kindheit.

Hier werden wir von Mama und Papa gelobt, wenn wir etwas so machen, wie unsere Eltern das für gut befinden. Zusätzlich erhalten wir auch Fürsprache, Liebe, Nähe und Geborgenheit, wonach sich jeder Mensch sehnt. Grund hierfür sind unsere Spiegelneuronen, die sich nach Harmonie sehnen, um in Resonanz zu kommen. Sie sind auch der Schlüssel für Empathie und Sympathie. Ebenso sind sie der Grund für unseren kontinuierlichen Vergleich den wir anstreben, um uns in einem Umfeld (Freundeskreis, Arbeit, Hobbygruppen etc.) einzufügen.

Das große Problem hierbei ist jedoch, dass wir mit einer, von uns selbst interpretierten, Wahrnehmung und dem kontinuierlichen Vergleich mit anderen sehr stark sein müssen, um keine falschen Rückschlüsse auf unser Denken und Handeln zu ziehen.

Das Glück ist und bleibt dabei interpretierbar, weil jeder Mensch genau so ist, wie er ist. Das ist auch gut so, solange wir keine negativen Rückschlüsse für uns aus dem Glück der Anderen ziehen.

Was bedeutet es glücklich zu sein?

Es gibt viele allgemeine Erklärungen und Definitionen für das Glücklich sein.

Eine der schlüssigsten für uns ist wohl:

Glücklich sein bedeutet, Freude zu empfinden, eine Leichtigkeit auszustrahlen und mit sich selbst in Harmonie zu sein.

Was bedeutet das aber für jeden einzelnen von uns?

Es ist eine Mischung aus Hormonen und individuell empfundener Freude, quasi einem „bedingungslos zu sich selbst stehen“. Das zu machen was uns Freude bereitet. Das zu machen was uns eine Leichtigkeit empfinden lässt. Und eben das nicht zu machen, was uns schwerfällt. Nichts zu machen, wozu wir uns zwingen müssen.

„Glücklich sein, ist so individuell wie ein jeder Mensch auf dieser Erde.“ 

Der eine liebt es zu tanzen. Für einen anderen ist es die Hölle auf Erden, wenn er gemeinsam mit einem Partner auf der Tanzfläche das Tanzbein schwingen muss. Es bereitet ihm keine Freude und führt bei falschen Schritten auch zu schmerzhaften Situationen beim Tanzpartner.

Andere Personen lieben das Musizieren. Sie spielen für ihr Leben gerne ein Instrument. Es bereitet ihnen Freude, die Klänge und Rhythmen am Instrument entstehen zu lassen und diese zu hören. Für Ungeübte kann das Spielen eines Instruments nicht nur zur eigenen Qual werden, sondern auch zur Qual aller anderen Zuhörer.

Aus der Forschung wissen wir, dass unsere Empfindungen sich in Hormonen widerspiegeln. Wenn es uns gut geht, strahlen wir das auch aus.

Der menschliche Verstand kann dieses Verhalten temporär, also wenn es die Situation erfordert, beeinflussen. Wir können uns konditionieren, in bestimmten Situationen anders zu reagieren und das auch auszustrahlen. Diese Konditionierung kann auch als Selbstmanipulation bezeichnet werden.

Diese Fähigkeit ist notwendig, wenn wir beispielsweise anfangen, ein Musikinstrument zu lernen. Die ersten Töne sind meist schräg. Die Finger- und Handbewegungen mühsam. Doch mit jeder Übung verbessert sich die Tonqualität und die Bewegungsfähigkeit. Das Musikstück beginnt sich für unsere Ohren immer besser anzuhören. Diese Fähigkeit kostet uns aber auch Kraft, da wir uns in dieser Zeit „überwinden“ müssen.

Leider missbrauchen wir diese Fähigkeit der temporären Konditionierung im Alltag viel zu oft. Wir zwingen uns regelrecht „in einen Schuh“ oder eine Situation um etwas zu machen, das wir nicht wirklich wollen.

Wie ist es bei Ihnen? Sind Sie schon mal Montagmorgens für die Arbeit aufgestanden und hatten keine Lust? Keinen Antrieb? Bereitet Ihnen Ihre Arbeit Freude? Oder gehen Sie des Geldes wegen dieser Arbeit nach? Gibt es vielleicht auch ganz andere Gründe, warum Sie einen Job ausüben, der Ihnen Tag für Tag keine Freude bereitet?

Ist es eventuell eine Person in Ihrem Umfeld, die anstrengend ist? Oder akzeptieren Sie diese Person aus für Sie bestimmten Gründen?

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, die Arbeitsstelle zu wechseln? Oder ist es im Grunde gar nicht so schlimm?

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, einer Person zu sagen, dass sie „anstrengend“ ist? Oder akzeptieren Sie diese Person, weil es ist wie es ist und Sie ja sowieso nichts ändern können?

Unser persönliches Glücklich sein ist so individuell, wie die Antworten auf die oben genannten Fragen und unser Umgang mit den Herausforderungen, die vor uns stehen. Wir sollten uns bewahren, wer und wie wir sind und uns so selten wie möglich selbst konditionieren. Damit senken wir die Wahrscheinlichkeit einer permanenten Selbstmanipulation und ermöglichen es uns, automatisch glücklicher zu sein.

Die Formel zum Glück

So sehr wir uns das auch wünschen, eine allgemeine Formel zum Glück wird es ohne Weiteres leider nicht geben. Was wir jedoch machen können, ist unseren Fokus auf alle Formen, des uns bekannten Glücks, zu setzen. Dabei werden alle uns bekannten Faktoren herausgerechnet, die zum Erfolg (also zu dem glücklichen Ereignis) geführt haben. Unter Einbeziehung der anfangs aufgeführten Beispiele, kann folgende Formel abgeleitet werden:


  Ausdauer + Risikobereitschaft + Planung + Können = Erfolg

Von der Definition des Glücks ausgehend, können wir den Erfolg aus einem Glücksmoment entnehmen und erhalten dann genau das Element der günstigen Fügung, das wir als Glück betrachten.


  Ereignis – Erfolg = Glück

So können wir auch Jahre zurück, soweit wir uns erinnern können, jederzeit unsere Glücksmomente betrachten und sehen, wie viele wir davon schon im Leben genossen haben. Haben sie uns aber auch wirklich glücklich gemacht? Nur kurz? Oder auch längerfristig? Haben wir diese Momente genossen und diese ausreichend gewürdigt?

Die Formel zum Glücklichsein

Mit uns selbst im Reinen zu sein, ist das Größte, das wir für uns selbst anstreben können.

Das, was uns Unbehagen oder Unmut bereitet, andere negative Emotionen auslöst oder uns auf die Zunge beißen lässt ist so individuell wie das Leben selbst. Dafür gibt es viele Gründe und auch mögliche Lösungen.

Dafür sind wir für Sie da und bieten Ihnen unsere Unterstützung an.

Aus unseren breit gefächerten Erfahrungen können wir einiges ableiten und hier auch wiedergeben.

So sind Menschen, die ihre aktuelle Situation akzeptieren, aktiv mit dieser Situation arbeiten, nicht vor etwas davonlaufen, meist glücklicher als andere. Das ist selbstverständlich nicht immer leicht und kostet sehr viel Energie. Energie, die Menschen, Situationen oder Umstände uns sonst wie Vampire aussaugen würden.

Den kontinuierlich wechselnden Herausforderungen der Außenwelt, müssen wir uns täglich stellen, um in dieser / mit dieser Außenwelt leben zu können. Auch das kostet viel Energie und bringt manche Menschen zu interessanten Lösungen wie zum Beispiel Auswandern oder die aufkommenden Emotionen auf verschiedenste Arten zu betäuben.

Doch ist das nicht eher eine Flucht?

Wir verwenden eine einfache Formel zum Glücklichsein:


  Eigene Forderungen + Forderungen anderer = Energievampire

  Mut + Können + Kommunikation = Persönliche Fähigkeiten

  Persönliche Fähigkeiten – Energievampire > 0

  Alles über 0 ist eine Möglichkeit zum Glücklich sein.

Damit können wir das Glücklichsein sehr gut von unseren persönlichen Fähigkeiten und den Dingen, die an unseren Kräften zehren, ableiten. Alle Unwägbarkeiten des Lebens lassen sich so ineinander vereinen, dass am Ende unsere persönlichen Fähigkeiten, mit Situationen, Emotionen und Themen des Lebens umzugehen, größer sind, als die Energievampire, denen wir uns stellen müssen.

Es ist nicht einfach, aber es ist möglich. Gelassenheit, Achtsamkeit und Akzeptanz sind hierfür entscheidende Fähigkeiten, die wir gemeinsam stärken müssen, um in uns und für uns glücklicher zu sein.

Der richtige Weg ist nun mal nicht immer der einfachste Weg

Disney – Pocahontas

Zusammenfassung

Mit der, in diesem Artikel dargestellten, Formel zum Glücklichsein, aber auch mit der Formel zum Glück, können wir uns mental den täglichen Herausforderungen des Lebens stellen. Doch wie so oft im Leben, hängt alles von uns selbst und unserer inneren Einstellung ab.

Jeder von uns ist so individuell, wie einzigartig. Die Taten und die Worte, die wir wählen, entscheiden sowohl, wie wir von anderen wahrgenommen werden, als auch wie wir uns selbst fühlen. Mit ihnen können wir unser Bewusstsein prägen.

Ein Bewusstsein, das Glück haben und glücklich sein zu bewerten und zu unterscheiden weiß.

Über den Autor

Bild: Volker Brümmer

Volker Brümmer wurde 1968 in Bonn geboren und hat die mittlere Reife mit nachfolgender Ausbildung zum Fliesenleger abgeschlossen.


Er war 23 Jahre pathologischer Glücksspieler und ist seit 2008 frei vom Automatenspiel. Seither beschäftigt er sich intensiv mit den Hintergründen dieser Sucht und unterstützt ehrenamtlich als Suchtkrankenhelfer andere Spieler.


Seit 2013 schult er regelmäßig Servicepersonal in Spielbanken. In Präventionstagen klärt er proaktiv in Schulen und Klinken darüber auf, was sich alles mit und hinter einer Spielsucht verbirgt.
Als Leiter einer Selbsthilfegruppe für ehemalige Spieler begleitet, unterstützt und bestärkt er andere Spieler bei der aktiven Bewältigung ihrer Sucht.


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